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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Robert Ernst Prutz

Um Mitternacht

Um Mitternacht, in ernster Stunde,
        Tönt oft ein wundersamer Klang:
'S ist wie aus liebem Muttermunde
        Ein freundlich tröstender Gesang.
5 In süßen, unbelauschten Thränen
        Löst er des Herzens bange Pein,
Und alles unmuthvolle Sehnen
        Und allen Kummer wiegt er ein.
Als käm' der Mai des Lebens wieder,
10         Regt sich's im Herzen wunderbar:
Da quillen Töne, keimen Lieder,
        Da wird die Seele jung und klar.
So töntet oft das stille Läuten,
        Doch ich versteh' die Weise nie,
15 Und nur mitunter möcht' ich's deuten
        Als wär's der Kindheit Melodie.





Entstehungsjahr: vor 1842
Erscheinungsjahr: 1841
Aus: Gedichte / Lyrisches. Erstes Buch
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gedichte von Robert E. Prutz. Verlag Otto Wigand, Leipzig: 1841, S. 152-153.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.