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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Der Umkehrende

Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt in's Abendrot,
Die Lust hat eig'nes Grauen,
Und alles hat den Tod.
5 In's Leben schleicht das Leiden
Sich heimlich wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.
Was gäb' es doch auf Erden,
10 Wer hielt' den Jammer aus,
Wer möcht' geboren werden,
Hielt'st Du nicht droben Haus!
Du bist's, der, was wir bauen,
Mild über uns zerbricht,
15 Daß wir den Himmel schauen –
Darum so klag' ich nicht.





Entstehungsjahr: vor 1838
Erscheinungsjahr: 1837
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 291.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in G1 unter dem Titel »Der Umkehrende«, S. 370 (=DV)
Klassiker Ausgabe zietiert ohne Titel, obwohl sie für die DV den Titel »Der Umkehrende« angibt, hier wurde dieses Vorgehen als falsch interpretiert und der Titel gesetzt.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.