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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Hermann Lingg

Heimkehr

In meine Heimath kam ich wieder,
Es war die alte Heimath noch,
Dieselbe Luft, dieselben Lieder,
Und alles war ein andres doch.
5 Die Welle rauschte wie vor Zeiten,
Am Waldweg sprang wie sonst das Reh,
Von fern erklang ein Abendläuten,
Die Berge glänzten aus dem See.
Doch vor dem Haus, wo uns vor Jahren
10 Die Mutter stets empfing, dort sah
Ich fremde Menschen, fremd gebahren;
Wie weh, wie weh mir da geschah!
Mir war, als rief es aus den Wogen:
Flieh, flieh, und ohne Wiederkehr!
15 Die du geliebt, sind fortgezogen,
Und kehren nimmer, nimmermehr.





Entstehungsjahr: vor 1857
Erscheinungsjahr: 1857
Aus: Gedichte / Vermischte Gedichte
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Gedichte von Hermann Lingg. J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Augsburg: 1857, S. 124.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.