Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Clemens Brentano (Maria)

[Was reif in diesen Zeilen steht]

Was reif in diesen Zeilen steht,
Was lächelnd winkt und sinnend fleht,
Das soll kein Kind betrüben,
Die Einfalt hat es ausgesäet,
5 Die Schwermut hat hindurchgeweht,
Die Sehnsucht hat's getrieben;
Und ist das Feld einst abgemäht,
Die Armut durch die Stoppeln geht,
Sucht Ähren, die geblieben,
10 Sucht Lieb', die für sie untergeht,
Sucht Lieb', die mit ihr aufersteht,
Sucht Lieb', die sie kann lieben,
Und hat sie einsam und verschmäht
Die Nacht durch dankend in Gebet
15 Die Körner ausgerieben,
Liest sie, als früh der Hahn gekräht,
Was Lieb' erhielt, was Leid verweht,
Ans Feldkreuz angeschrieben,
O Stern und Blume, Geist und Kleid,
20 Lieb', Leid und Zeit und Ewigkeit!





Entstehungsjahr: um 1834
Erscheinungsjahr: 1838
Fassung: Späte
Aus: Gedichte 1834-1842
Referenzausgabe:
Wolfgang Frühwald (Bd. 1) / Bernhard Gajek (Bd. 1) / Friedhelm Kemp (Bd. 1): Clemens Brentano. Werke, Bd. 1. Carl Hanser Verlag, München: 1968, S. 619.
Bemerkungen
Aus: Gockel Hinkel Gackeleia, Märchen, Frankfurt a.M. 1838; Bearbeitung der Fassung für Emilie Linder
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: [Was heiß aus meiner Seele fleht] , entstanden 1834

Gedicht eingearbeitet von: Monika Spatz.