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Franz Grillparzer
Der Halbmond glänzet am Himmel
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Der Halbmond glänzet am Himmel, |
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Und es ist neblicht und kalt. |
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Gegrüßt sei du Halber dort oben, |
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Wie du, bin ich Einer der halb. |
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Halb gut, halb übel geboren, |
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Und dürftig in beider Gestalt, |
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Mein Gutes ohne Würde, |
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Das Böse ohne Gewalt. |
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Halb schmeckt' ich die Freuden des Lebens, |
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Nichts ganz als meine Reu'; |
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Die ersten Bissen genossen, |
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Schien Alles mir einerlei. |
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Halb gab ich mich hin den Musen, |
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Und sie erhörten mich halb; |
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Hart auf der Hälfte des Lebens |
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Entflohn sie und ließen mich alt. |
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Und also sitz' ich verdrossen, |
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Doch läßt die Zersplitterung nach; |
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Die leere Hälfte der Seele |
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Verdrängt die noch volle gemach. |