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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Der Gärtner

Wohin ich geh' und schaue,
In Feld und Wald und Tal,
Vom Berg hinab in die Aue:
Viel schöne, hohe Fraue,
5 Grüß' ich Dich tausendmal.
In meinem Garten find' ich
Viel Blumen, schön und fein,
Viel Kränze wohl d'raus wind' ich,
Und tausend Gedanken bind' ich
10 Und Grüße mit darein.
Ihr darf ich keinen reichen,
Sie ist zu hoch und schön,
Die müssen alle verbleichen,
Die Liebe nur ohne Gleichen
15 Bleibt ewig im Herzen stehn.
Ich schein' wohl froher Dinge
Und schaffe auf und ab,
Und, ob das Herz zerspringe,
Ich grabe fort und singe
20 Und grab' mir bald mein Grab.





Entstehungsjahr: 1817
Erscheinungsjahr: 1823
Aus: Gedichte 1816-1830
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 227.
Bemerkungen
Erstdruck 1823 im »Troubadour« [ohne Titel?]
Anderer Titel aus »Liederbuch für deutsche Künstler«, 1833, hg. v. Franz Kugler und Robert Reinick, »Lied des Gärtners«
1837 in G1 unter dem Titel »Der Gärtner«, S. 241 (=DV)

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.