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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Johann Christoph Friedrich von Schiller

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
    Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
    Sieht man sie rennen und jagen,
5 Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung!
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
    Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling begeistert ihr Zauberschein,
10     Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
    Erzeugt im Gehirne des Toren.
15 Im Herzen kündet es laut sich an,
    Zu was besserm sind wir geboren,
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.





Entstehungsjahr: 1797
Erscheinungsjahr: 1797
Aus: Gedichte / Erster Teil 1804
Referenzausgabe:
Georg Kurscheidt: Friedrich Schiller. Werke und Briefe, Bd. 1. Deutscher Klassiker Verlag: 1992, S. 117.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.