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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Der frohe Wandersmann

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.
5 Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur vom Kinderwiegen
Von Sorgen, Last und Not um Brot.
Die Bächlein von den Bergen springen,
10 Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was sollt' ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl' und frischer Brust?
Den lieben Gott laß ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
15 Und Erd' und Himmel will erhalten,
Hat auch mein' Sach' auf's Best' bestellt!





Entstehungsjahr: 1817
Erscheinungsjahr: 1823
Aus: Gedichte 1816-1830
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 226.
Bemerkungen
Erstdruck 1823 im »Troubadour«, [ohne Titel?] Zwischenzeitlich unter dem Titel »Reisesegen« in »Lyrisches Schatzkästlein der Deutschen«, Berlin, 1836, hg. v. Otto Friedrich Gruppe
1837 in G1 unter dem Titel »Der frohe Wandersmann«

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.