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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Robert Reinick

Sonntagsfrühe

    Aus den Thälern hör' ich schallen
Glockentöne, Festgesänge,
Helle Sonnenblicke fallen
Durch die dunklen Buchengänge;
5 Himmel ist von Glanz umflossen,
Heil'ger Friede rings ergossen.
    Durch die Felder still beglücket
Wallen Menschen allerwegen;
Frohen Kindern gleich geschmücket,
10 Gehn dem Vater sie entgegen,
Der auf goldner Saaten Wogen
Segnend kommt durch's Land gezogen.
    Wie so still die Bäche gleiten,
Wie so hell die Blumen blinken!
15 Und aus fernen lichten Zeiten
Weht ein Grüßen her, ein Winken.
Ist's entschwundner Kindheit Mahnung?
Ist es schönrer Zukunft Ahnung?





Entstehungsjahr: 1820-1844
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Stimmungen und Gestalten
Referenzausgabe:
Berthold Auerbach: Lieder von Robert Reinick, Maler. Verlag von Ernst & Korn: 1863, S. 11-12.
Bemerkungen
Das exakte Datum des Erstdrucks konnte noch nicht ermittelt werden. Das Gedicht bereits in der ersten Auflage der »Lieder« von 1844.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.