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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Robert Reinick

Sonntags am Rhein

    Des Sonntags in der Morgenstund'
Wie wandert's sich so schön
Am Rhein, wenn rings in weiter Rund'
Die Morgenglocken gehn.
5     Ein Schifflein zieht auf blauer Fluth,
Da singt's und jubelt's drein;
Du Schifflein, gelt, das fährt sich gut
In all die Lust hinein?
    Vom Dorfe hallet Orgelton,
10 Es tönt ein frommes Lied,
Andächtig dort die Procession
Aus der Kapelle zieht.
    Und ernst in all die Herrlichkeit
Die Burg herniederschaut
15 Und spricht von alter, starker Zeit,
Die auf den Fels gebaut.
    Das Alles beut der prächt'ge Rhein
An seinem Rebenstrand,
Und spiegelt recht in hellem Schein
20 Das ganze Vaterland,
    Das fromme, treue Vaterland
In seiner vollen Pracht,
Mit Lust und Liedern allerhand
Vom lieben Gott bedacht.





Entstehungsjahr: 1820-1844
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Stimmungen und Gestalten
Referenzausgabe:
Berthold Auerbach: Lieder von Robert Reinick, Maler. Verlag von Ernst & Korn: 1863, S. 8-9.
Bemerkungen
Das exakte Datum des Erstdrucks konnte noch nicht ermittelt werden. Das Gedicht bereits in der ersten Auflage der »Lieder« von 1844.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.