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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Wilhelm Hauff

Reiters Morgengesang
Nach einem schwäbischen Volkslied

Morgenroth,
Leuchtest mir zum frühen Tod?
Bald wird die Trompete blasen,
Dann muß ich mein Leben lassen,
5 Ich und mancher Kamerad!
Kaum gedacht,
War der Lust ein End' gemacht.
Gestern noch auf stolzen Rossen,
Heute durch die Brust geschossen,
10 Morgen in das kühle Grab!
Ach, wie bald
Schwindet Schönheit und Gestalt!
Thust Du stolz mit Deinen Wangen,
Die mit Milch und Purpur prangen?
15 Ach, die Rosen welken all!
Darum still
Füg' ich mich, wie Gott es will.
Nun, so will ich wacker streiten,
Und sollt' ich den Tod erleiden,
20 Stirbt ein braver Reitersmann.





Entstehungsjahr: 1817-1827
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Gedichte
Referenzausgabe:
A. Lindner: Prosaische und poetische Werke von W. Hauff, Bd. 1. Gustav Hempel: o. J., S. 35.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.