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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Der Löwe und der Fuchs

»Herr Löwe«, sprach der Fuchs, »ich muß
»Dir's nur gestehen, mein Verdruß
»Hat sonst kein Ende:
»Der Esel spricht von dir nicht gut;
5 »Er sagt: was ich an dir zu loben fände,
»Das wiss' er nicht; dein Heldenmuth
»Sey zweifelhaft; du gäbst ihm keine Proben
»Von Großmuth und Gerechtigkeit;
»Du würgetest die Unschuld, suchest Streit;
10 »Er könne dich nicht loben!«
    Ein Weilchen schwieg der Löwe still,
Dann sprach er: »Fuchs! er spreche, was er will;
»Denn, was von mir ein Esel spricht,
Das acht' ich nicht!«





Entstehungsjahr: 1753
Erscheinungsjahr: 1811
Aus: / Fabeln
Referenzausgabe:
Wilhelm Körte: J. W. M. Gleim's sämmtliche Werke, Bd. 3. Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt: 1811ff., S. 212-213.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.