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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

An den Mond

Dein stilles Silberlicht
Erquickt mir mein Gesicht.
O Mond, Gedanken-Freund, ich sehe dich von weiten
Und winke dich zu mir,
5 Und bin nicht weit von dir,
Und denk' an schön're Zeiten!
    Wer einst, du lieber Mond,
In diesem Hüttchen wohnt,
Und sieht dein Silberlicht, dem magst du keine Falten
10 Auf seiner Stirne sehn,
Magst still vorüber gehn
Und ihn für glücklich halten!
    Daß ich's nicht bin, sag' ich
Nur dir, und tröste mich, –
15 O Mond, Gedanken-Freund, – daß stille Nächte kommen!
Dir nur vertrau' ich's, dir:
Schon manche Nacht hat mir
Des Tages Gram genommen!





Entstehungsjahr: 1794
Erscheinungsjahr: 1813
Aus: / Das Hüttchen
Referenzausgabe:
Wilhelm Körte: J. W. M. Gleim's sämmtliche Werke, Bd. 7. Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt: 1811ff., S. 155-156.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.