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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ernst Freiherr von Feuchtersleben

[Es ist bestimmt in Gottes Rath]

Es ist bestimmt in Gottes Rath,
Daß man, was man am liebsten hat,
Muß meiden;
Wiewohl nichts in dem Lauf der Welt
5 Dem Herzen, ach! so sauer fällt,
Als Scheiden! ja Scheiden!
So dir geschenkt ein Knösplein was,
So thu' es in ein Wasserglas, –
Doch wisse:
10 Blüht morgen dir ein Röslein auf,
Es welkt wohl noch die Nacht darauf;
Das wisse! ja wisse!
Und hat Dir Gott ein Lieb bescheert,
Und hältst du sie recht innig werth,
15 Die Deine –
Es werden wohl acht Bretter seyn,
Da legst du sie, wie bald! hinein;
Dann weine! ja weine!
Nun mußt du mich auch recht verstehn,
20 Ja, recht verstehn!
Wenn Menschen auseinandergehn,
So sagen sie: auf Wiedersehn!
Ja Wiedersehn!





Entstehungsjahr: 1821-1822
Erscheinungsjahr: 1834
Aus: Gedichte / 1. Trieb / Nach altdeutscher Weise 1
Referenzausgabe:
Herbert Seidler / Hedwig Heger / Hermann Blume (Bd. I,1): Ernst Freiherr von Feuchtersleben. Sämtliche Werke und Briefe, Bd. 1.1. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien: 1987, S. 22.
Bemerkungen
Erstdruck 1834 in »Taschenbuch auf das Jahr 1835«, hg. v. Johann Nep. Vogl, Wien, S. 164-166.
1836 in »Gedichte von Ernst v. Feuchterleben«. In: »Morgenblatt für gebildete Stände«, Nr. 94, 19. April 1836, S. 373-374.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.