Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
Verschiedene Fassungen des Gedichts nebeneinander anzeigen

Eduard Mörike

Wo find' ich Trost?

Eine Liebe kenn' ich, die ist treu,
War getreu, solang ich sie gefunden,
Hat mit tiefem Seufzen immer neu,
Stets versöhnlich, sich mit mir verbunden.
5 Welcher einst mit himmlischem Gedulden
Bitter bittern Todestropfen trank,
Hing am Kreuz und büßte mein Verschulden,
Bis es in ein Meer von Gnade sank.
Und was ist's nun, daß ich traurig bin,
10 Daß ich angstvoll mich am Boden winde?
Frage: Hüter, ist die Nacht bald hin?
Und: was rettet mich von Tod und Sünde?
Arges Herze! ja gesteh es nur,
Du hast wieder böse Lust empfangen;
15 Frommer Liebe, frommer Treue Spur,
Ach, das ist auf lange nun vergangen.
Ja, daß ist's auch, daß ich traurig bin,
Daß ich angstvoll mich am Boden winde!
Hüter, Hüter, ist die Nacht bald hin?
20 Und was rettet mich von Tod und Sünde?





Entstehungsjahr: 1827
Erscheinungsjahr: 1829
Fassung: Andere
Aus: Gedichte
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 48-49.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: [Eine Liebe kenn' ich, die ist treu] , entstanden 1827

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.