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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Eduard Mörike

Und wieder

Die treuste Liebe steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, verlassen, unbeschuht,
Dies kranke Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit ihren Tränen netzt sie bittre Wunden.
5 Ach, Peregrinen hab' ich so gefunden!
Wie Fieber wallte ihrer Wangen Glut,
Sie scherzte mit der Frühlings-Stürme Wut,
Verwelkte Kränze in das Haar gewunden.
Wie, solche Schönheit konnt' ich einst verlassen?
10 – So kehrt nun doppelt schön das alte Glück!
O komm! in diese Arme dich zu fassen!
Doch wehe! welche Miene, welch ein Blick?
Sie küßt mich zwischen Lieben, zwischen Hassen,
Und wendet sich und – kehrt mir nie zurück.





Entstehungsjahr: 1828
Erscheinungsjahr: 1832
Fassung: Andere
Aus: Maler Nolten
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 338.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: [Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden] , entstanden 1828
Andere Fassung: Verzweifelte Liebe , entstanden 1344

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.