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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Eduard Mörike

[Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden]

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.
5 Ach, Peregrinen hab' ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.
War's möglich, solche Schönheit zu verlassen?
10 – So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!
Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küßt mich zwischen Lieben noch und Hassen,
Sie kehrt sich ab, und kehrt mir nie zurück.





Entstehungsjahr: 1828
Erscheinungsjahr: 1829
Fassung: Andere
Aus: Gedichte / Peregrina 5
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 38.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Und wieder , entstanden 1828
Andere Fassung: Verzweifelte Liebe , entstanden 1344

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.