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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Eduard Mörike

[Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt]

Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heil'gen Wert vergnüge,
Dann hör' ich recht die leisen Atemzüge
Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.
5 Und ein erstaunt, ein selig Lächeln quillt
Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge,
Daß nun in dir, zu himmlischer Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einz'ger, sich erfüllt.
Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
10 Ich höre aus der Gottheit nächt'ger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen;
Betäubt kehr' ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf – da lächeln alle Sterne!
Ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen.





Entstehungsjahr: 1830
Erscheinungsjahr: 1832
Fassung: Andere
Aus: Maler Nolten
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 351.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: An die Geliebte , entstanden 1830

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.