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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Eduard Mörike

[Hier lieg' ich auf dem Frühlingshügel]

  Hier lieg' ich auf dem Frühlingshügel,
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
– Ach sag mir, alleinzige Liebe,
5 Wo du bleibst, daß ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte haben kein Haus.
  Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,
Sehnend
Sich dehnend
10 In Lieben und in Hoffen.
Frühling, was bist du gewillt?
Wann werd' ich gestillt?
  Die Wolke seh' ich wandeln und den Fluß,
Es dringt der Sonne goldner Kuß
15 Mir tief bis ins Geblüt hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Tun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
  Ich denke dies und denke das,
20 Ich sehne mich, und weiß nicht recht, nach was;
Halb ist es Lust, halb ist es Klage.
Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung
In golden grüner Zweige Dämmerung?
25   Alte, unnennbare Tage!





Entstehungsjahr: 1828
Erscheinungsjahr: 1832
Fassung: Andere
Aus: Maler Nolten
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 285.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Im Frühling , entstanden 1828

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.