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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Eduard Mörike

Denk es, o Seele!

Ein Tännlein grünet wo,
Wer weiß, im Walde,
Ein Rosenstrauch, wer sagt,
In welchem Garten?
5 Sie sind erlesen schon,
Denk es, o Seele,
Auf deinem Grab zu wurzeln
Und zu wachsen.
Zwei schwarze Rößlein weiden
10 Auf der Wiese,
Sie kehren heim zur Stadt
In muntern Sprüngen.
Sie werden schrittweis gehn
Mit deiner Leiche;
15 Vielleicht, vielleicht noch eh'
An ihren Hufen
Das Eisen los wird,
Das ich blitzen sehe!





Entstehungsjahr: vor 1852
Erscheinungsjahr: 1852
Aus: Gedichte
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 36-37.
Bemerkungen
Den gleichen Text, inhaltliche und formal identisch mit dieser Vorlage, aber ohne Titel, befindet sich am Ende von Mörikes Novelle »Mozart auf der Reise nach Prag«.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.