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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Eduard Mörike

Verborgenheit

Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
Laßt dies Herz alleine haben
Seine Wonne, seine Pein!
5 Was ich traure, weiß ich nicht,
Es ist unbekanntes Wehe;
Immerdar durch Tränen sehe
Ich der Sonne liebes Licht.
Oft bin ich mir kaum bewußt,
10 Und die helle Freude zücket
Durch die Schwere, so mich drücket,
Wonniglich in meiner Brust.
Laß, o Welt, o laß mich sein!
Locket nicht mit Liebesgaben,
15 Laßt dies Herz alleine haben
Seine Wonne, seine Pein!





Entstehungsjahr: 1832
Erscheinungsjahr: 1838
Aus: Gedichte
Referenzausgabe:
Gustav Keyßner: Eduard Mörikes Sämtliche Werke. Deutsche Verlags-Anstalt: o. J., S. 36.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.