Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Hölderlin

Geh unter, schöne Sonne ...

Geh unter, schöne Sonne, sie achteten
  Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht,
    Denn mühelos und stille bist du
      Über den mühsamen aufgegangen.
5 Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht!
  Und wohl erkennt mein Auge dich, herrliches!
    Denn göttlich stille ehren lernt' ich
      Da Diotima den Sinn mir heilte.
O du des Himmels Botin! wie lauscht ich dir!
10   Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir
    Zum goldnen Tage dieses Auge
      Glänzend und dankend empor. Da rauschten
Lebendiger die Quellen, es atmeten
  Der dunkeln Erde Blüten mich liebend an,
15     Und lächelnd über Silberwolken
      Neigte sich segnend herab der Äther.





Entstehungsjahr: 1800
Erscheinungsjahr: ?
Aus: / Gedichte 1800-1805
Referenzausgabe:
Jochen Schmidt: Friedrich Hölderlin. Sämtliche Gedichte und Hyperion. Insel-Verlag: 1999, S. 235.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.