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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Theodor Fontane

Es kribbelt und wibbelt weiter

Die Flut steigt bis an den Ararat,
Und es hilft keine Rettungsleiter,
Da bringt die Taube Zweig und Blatt –
Und es kribbelt und wibbelt weiter.
5 Es sicheln und mähen von Ost nach West
Die apokalyptischen Reiter,
Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest,
Es kribbelt und wibbelt weiter.
Ein Gott wird gekreuzigt auf Golgatha,
10 Es brennen Millionen Scheiter,
Märtyrer hier und Hexen da,
Doch es kribbelt und wibbelt weiter.
So banne dein Ich in dich zurück
Und ergib dich und sei heiter,
15 Was liegt an dir und deinem Glück?
Es kribbelt und wibbelt weiter.





Entstehungsjahr: um 1888
Erscheinungsjahr: 1889
Aus: Balladen, Lieder, Sprüche / Bekenntnisse
Referenzausgabe:
Walter Keitel / Helmuth Nürnberger: Theodor Fontane. Werke und Schriften, Bd. 23. Ullstein-Verlag: 1979, S. 62-63.
Bemerkungen
Erstdruck 1889 in den »Gedichten«. "wibbeln" und "kribbeln" findet sich auch in »Des Knaben Wunderhorn«, Reclam I, 270.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.