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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Georg Herwegh

Das Reden nimmt kein End
1848

    Zu Frankfurt an dem Main –
    Sucht man der Weisen Stein;
  Sie sind gar sehr in Nöten,
  Moses und Propheten,
5   Präsident und Sekretäre,
  Wie er zu finden wäre –
Im Parla – Parla – Parlament
    Das Reden nimmt kein End!
    Zu Frankfurt an dem Main –
10     Da wird man uns befrein;
  Man wird die Republiken
  Im Mutterleib ersticken,
  Und Bassermann und Welcker
  Beglücken dann die Völker
15 Im Parla – Parla – Parlament
    Das Reden nimmt kein End!
    Zu Frankfurt an dem Main –
    Die Wäsche wird nicht rein;
  Sie bürsten und sie bürsten
20   Die Fürsten bleiben Fürsten,
  Die Mohren bleiben Mohren
  Trotz aller Professoren
Im Parla – Parla – Parlament
    Das Reden nimmt kein End!
25     Zu Frankfurt an dem Main –
    Ist Alles Trug und Schein.
  Alt-Deutschland bleibt zersplittert,
  Das Kapitol erzittert.
  Umringt von Feindeslagern,
30   Die Gänse giga – gagern
Im Parla – Parla – Parlament
    Das Reden nimmt kein End!
    Zu Frankfurt an dem Main –
    So schlag der Teufel drein!
35   Es steht die Welt in Flammen,
  Sie schwatzen noch zusammen,
  Wie lange soll das dauern?
  Dem König Schach, ihr Bauern!
Dein Parla – Parla – Parlament,
40     O, Volk, mach ihm ein End!





Entstehungsjahr: 1848
Erscheinungsjahr: ?
Referenzausgabe:
Karl Otten: Georg Herwegh. Was macht Deutschland? Gedichte. Athenäum-Verlag: 1981, S. 36-37.
Bemerkungen
Uns liegen keine Angaben zum Erstdruck vor.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.