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Ferdinand Freiligrath
Trotz alledem!
(Variiert.)
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Das war ‘ne heiße Märzenzeit, |
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Trotz Regen, Schnee und alledem! |
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Nun aber, da es Blüten schneit, |
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Nun ist es kalt, trotz alledem! |
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Trotz alledem und alledem - |
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Trotz Wien, Berlin und alledem - |
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Ein schnöder scharfer Winterwind |
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Durchfröstelt uns trotz alledem! |
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Das ist der Wind der Reaktion |
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Mit Meltau, Reif und alledem! |
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Das ist die Bourgeoisie am Thron - |
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Der annoch steht, trotz alledem! |
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Trotz alledem und alledem, |
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Trotz Blutschuld, Trug und alledem - |
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Er steht noch und er hudelt uns |
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Wie früher fast, trotz alledem! |
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Die Waffen, die der Sieg uns gab, |
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Der Sieg des Rechts trotz alledem, |
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Die nimmt man sacht uns wieder ab, |
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Samt Kraut und Lot und alledem! |
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Trotz alledem und alledem, |
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Trotz Parlament und alledem - |
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Wir werden unsre Büchsen los, |
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Soldatenwild trotz alledem! |
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Doch sind wir frisch und wohlgemut, |
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Und zagen nicht trotz alledem! |
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In tiefer Brust des Zornes Glut, |
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Die hält uns warm trotz alledem! |
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Trotz alledem und alledem, |
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Es gilt uns gleich trotz alledem! |
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Wir schütteln uns: Ein garst'ger Wind, |
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Doch weiter nichts trotz alledem! |
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Denn ob der Reichstag sich blamiert |
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Professorhaft, trotz alledem! |
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Und ob der Teufel reagiert |
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Mit Huf und Horn und alledem - |
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Trotz alledem und alledem, |
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Trotz Dummheit, List und alledem, |
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Wir wissen doch: die Menschlichkeit |
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Behält den Sieg trotz alledem! |
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So füllt denn nur der Mörser Schlund |
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Mit Eisen, Blei und alledem: |
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Wir halten aus auf unserm Grund, |
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Wir wanken nicht trotz alledem! |
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Trotz alledem und alledem! |
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Und macht ihr's gar, trotz alledem, |
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Wie zu Neapel jener Schuft: |
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Das hilft erst recht, trotz alledem! |
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Nur, was zerfällt, vertretet ihr! |
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Seid Kasten nur, trotz alledem! |
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Wir sind das Volk, die Menschheit wir, |
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Sind ewig drum, trotz alledem! |
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Trotz alledem und alledem: |
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So kommt denn an, trotz alledem! |
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Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht - |
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Unser die Welt trotz alledem! |
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Düsseldorf, Anfang Juni 1848 |