Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Hermann Allmers

Strandlust

  Gern bin ich allein an des Meeres Strand,
Wenn der Sturmwind heult und die See geht hohl,
Wenn die Wogen mit Macht rollen zu Land,
O wie wird mir so kühn und so wonnig und wohl!
5   Die segelnde Möwe, sie ruft ihren Gruß
Hoch oben aus jagenden Wolken herab;
Die schäumende Woge, sie leckt meinen Fuß,
Als wüßten sie beide, wie gern ich sie hab'.
  Und der Sturm, der lustig das Haar mir zaust,
10 Und die Möw' und die Wolke, die droben zieht,
Und das Meer, das da vor mir brandet und braust,
Sie lehren mich alle manch herrliches Lied.
  Doch des Lebens erbärmlicher Sorgendrang,
O wie sinkt er zurück, wie vergess' ich ihn,
15 Wenn die Wogenmusik und der Sturmgesang
Durch das hoch aufschauernde Herz mir ziehn!





Entstehungsjahr: 1836-1902
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Heimat und Vaterland
Referenzausgabe:
Ohne Herausgeber: Dichtungen von Hermann Allmers. Schulzesche Hof-Buchhandlung und Hof-Buchdruckerei, Oldenburg und Leipzig: [1903], S. 18.
Bemerkungen
Der Band dürfte identisch sein mit »Sämtliche Werke«, hrsg. v. Schulze, Leipzig, ca. 1903, Bd. 5.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.