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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ernst Moritz Arndt

Klage um den kleinen Jakob
1808

Wo ist der kleine Jakob geblieben?
Hatte die Kühe waldein getrieben,
Kam nimmer wieder,
Schwestern und Brüder
5 Gingen ihn suchen in'n Wald hinaus –
Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus!
Wohin ist der kleine Jakob gegangen?
Hat ihn ein Unterird'scher gefangen,
Muß unten wohnen,
10 Trägt goldne Kronen,
Gläserne Schuh, hat ein gläsern Haus.
Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus!
Was macht der kleine Jakob da unten?
Streuet als Diener das Estrich mit bunten
15 Blumen und schenket
Wein ein, und denket:
Wärst du wieder zum Wald hinaus!
Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus!
So muß der kleine Jakob dort wohnen,
20 Helfen ihm nichts seine güldenen Kronen,
Schuhe und Kleider,
Weinet sich leider –
Ach! armer Jakob! – die Aeuglein aus.
Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus!





Entstehungsjahr: 1808
Erscheinungsjahr: ?
Aus: Erster Theil
Referenzausgabe:
Heinrich Meisner: Gedichte von Ernst Moritz Arndt. Vollständige Sammlung, Bd. 1. Verlag von Karl Fr. Pfau, Leipzig: [1894], S. 213-214.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.