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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Als der erste Schnee fiel

Gleich einem König, der in seine Staaten
Zurück als Sieger kehrt, empfängt ein Jubel dich!
Um eine Hand voll Flocken balgen sich
Die Knaben, wie um Huldigungsdukaten.
5 Auch mir, zwar bin ich schon ein großes Mädchen,
Bist du, gekommner Schnee, ein längstgewünschter Gast;
Denn überlegt mit weichen Decken hast
Du jeden Schritt in unserm rauhen Städtchen.
Ha! wenn mir nun im kleinen Muschelwagen,
10 Der dreymal schneller noch, als der auf Rädern, läuft,
Der barsche Wind durch meine Locken pfeift,
Will ich ihm, barsch wie er, ein Schnipchen schlagen.
Wenn gleich Cythere, wie ich einst gelesen,
Noch zehnmal schöner war, als sie ans Ufer fuhr,
15 So sind doch Meeresungeheuer nur
Begleiter ihrer Wunderfahrt gewesen.
Drum fahr' ich stolzer durch die engen Gassen,
Als sie durchs weite Meer; mit einem leisen Ach
Blickt mir der Neid aus allen Fenstern nach:
20 Denn, Amarant! du, du wirst mich umfassen.
                         Nantchen.





Entstehungsjahr: 1779-1800
Erscheinungsjahr: ?
Fassung: Andere
Referenzausgabe:
Matthias Richter: Leopold Friedrich Günther v. Goeckingk. Lieder zweier Liebenden und Ausgewählte Gedichte. Wallstein Verlag: 1988, S. 193.
Bemerkungen
Das ist die von Voss redigierte Fassung.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Frühe Fassung: Als der erste Schnee fiel , entstanden vor 1778

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.