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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ludwig Uhland

Zimmerspruch

Das neue Haus ist aufgericht't,
Gedeckt, gemauert ist es nicht,
Noch können Regen und Sonnenschein
Von oben und überall herein:
5 Drum rufen wir zum Meister der Welt,
Er wolle von dem Himmelszelt
Nun Heil und Segen gießen aus
Hier über dieses offne Haus.
Zu oberst woll er gut Gedeihn
10 In die Kornböden uns verleihn;
In die Stube Fleiß und Frömmigkeit,
in die Küche Maß und Reinlichkeit,
In den Stall Gesundheit allermeist,
In den Keller dem Wein einen guten Geist;
15 Die Fenster und Pforten woll er weihn,
Daß nichts Unseligs komm herein,
Und daß aus dieser neuen Tür
Bald fromme Kindlein springen für.
Nun, Maurer, decket und mauret aus!
20 Der Segen Gottes ist im Haus.





Entstehungsjahr: 1812
Erscheinungsjahr: 1813
Aus: Gedichte. Ausgabe letzter Hand / Lieder
Referenzausgabe:
Hartmut Fröschle / Walter Scheffler: Ludwig Uhland. Werke, Bd. 1. Winkler Verlag: 1980, S. 49-50.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.