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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ludwig Uhland

Das Schifflein

Ein Schifflein ziehet leise
Den Strom hin seine Gleise.
Es schweigen, die drin wandern,
Denn keiner kennt den andern.
5 Was zieht hier aus dem Felle
Der braune Weidgeselle?
Ein Horn, das sanft erschallet;
Das Ufer widerhallet.
Von seinem Wanderstabe
10 Schraubt jener Stift und Habe
Und mischt mit Flötentönen
Sich in des Hornes Dröhnen.
Das Mädchen saß so blöde,
Als fehlt' ihr gar die Rede,
15 Jetzt stimmt sie mit Gesange
Zu Horn und Flötenklange.
Die Rudrer auch sich regen
Mit taktgemäßen Schlägen.
Das Schiff hinunterflieget,
20 Von Melodie gewieget.
Hart stößt es auf am Strande,
Man trennt sich in die Lande.
Wann treffen wir uns, Brüder!
Auf einem Schifflein wieder?





Entstehungsjahr: 1810
Erscheinungsjahr: 1810
Aus: Gedichte. Ausgabe letzter Hand / Balladen und Romanzen
Referenzausgabe:
Hartmut Fröschle / Walter Scheffler: Ludwig Uhland. Werke, Bd. 1. Winkler Verlag: 1980, S. 146-147.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.