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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Als der erste Schnee fiel

Gleich einem König, der in seine Staaten
Zurück als Sieger kehrt, empfängt ein Jubel dich!
Der Knabe balgt um deine Pflocken sich
Wie bey der Krönung um Dukaten.
5 Selbst mir, obschon ein Mädchen, und der Ruthe
Lang' nicht mehr unterthan, bist du ein lieber Gast;
Denn siehst du nicht, seit du die Erde hast
So weich belegt, wie ich mich spute?
Zu fahren, ohne Segel, ohne Räder,
10 Auf einer Muschel, hin durch deinen weißen Flor,
So sanft, und doch so leicht, so schnell, wie vor
Dem Westwind' eine Pflaumenfeder.
Aus allen Fenstern, und aus allen Thüren,
Sieht mir der bleiche Neid aus hohlen Augen nach,
15 Selbst die Matrone wird ein leises Ach!
Und einen Wunsch um mich verlieren.
Denn der, um den wir Mädchen oft uns stritten,
Wird hinter mir, so schlank wie eine Tanne, stehn,
Und sonst auf nichts mit seinen Augen sehn,
20 Als auf das Mädchen in dem Schlitten.





Entstehungsjahr: vor 1778
Erscheinungsjahr: 1778
Fassung: Frühe
Aus: Lieder zweier Liebenden / Zweites Buch
Referenzausgabe:
Matthias Richter: Leopold Friedrich Günther v. Goeckingk. Lieder zweier Liebenden und Ausgewählte Gedichte. Wallstein Verlag: 1988, S. 83.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Andere Fassung: Als der erste Schnee fiel , entstanden 1779-1800

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.