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Ludwig Tieck
Nacht
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Im Windsgeräusch, in stiller Nacht |
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Geht dort ein Wandersmann, |
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Er seufzt und weint und schleicht so sacht, |
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Und ruft die Sterne an: |
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Mein Busen pocht, mein Herz ist schwer, |
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In stiller Einsamkeit, |
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Mir unbekannt, wohin, woher, |
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Durchwandl' ich Freud' und Leid; |
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Ihr kleinen goldnen Sterne, |
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Ihr bleibt mir ewig ferne, |
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Ferne, ferne, |
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Und ach! ich vertraut' euch so gerne. |
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Da klingt es plötzlich um ihn her, |
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Und heller wird die Nacht. |
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Schon fühlt er nicht sein Herz so schwer, |
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Er dünkt sich neu erwacht: |
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O Mensch, du bist uns fern und nah, |
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Doch einsam bist du nicht, |
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Vertrau' uns nur, dein Auge sah |
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Oft unser stilles Licht: |
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Wir kleinen goldnen Sterne |
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Sind dir nicht ewig ferne; |
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Gerne, gerne, |
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Gedenken ja deiner die Sterne. |