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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Ludwig Tieck

Zeit

  So wandelt sie, im ewig gleichen Kreise,
Die Zeit nach ihrer alten Weise,
Auf ihrem Wege taub und blind,
Das unbefangne Menschenkind
5 Erwartet stets vom nächsten Augenblick
Ein unverhofftes seltsam neues Glück.
Die Sonne geht und kehret wieder,
Kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,
Die Stunden die Wochen abwärts leiten,
10 Die Wochen bringen die Jahreszeiten.
Von außen nichts sich je erneut,
In Dir trägst du die wechselnde Zeit,
In dir nur Glück und Begebenheit.





Entstehungsjahr: 1798
Erscheinungsjahr: 1799
Aus: Gedichte. Neue Ausgabe 1841 / Fünftes Buch
Referenzausgabe:
Ruprecht Wimmer: Ludwig Tieck. Schriften in zwölf Bänden, Bd. 7. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 312.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.