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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Ludwig Tieck

Liebe

  Weht ein Ton vom Feld herüber,
Grüßt mich immerdar ein Freund,
Spricht zu mir: was weinst du, Lieber?
Sieh, wie Sonne Liebe scheint:
5 Herz am Herzen stets vereint
Gehn die bösen Stunden über.
  Liebe denkt in süßen Tönen,
Denn Gedanken stehn zu fern,
Nur in Tönen mag sie gern
10 Alles, was sie will, verschönen.
Drum ist ewig uns zugegen,
Wenn Musik mit Klängen spricht,
Ihr die Sprache nicht gebricht
Holde Lieb' auf allen Wegen,
15 Liebe kann sich nicht bewegen
Leihet sie den Othem nicht.





Entstehungsjahr: 1798
Erscheinungsjahr: 1799
Fassung: Frühe
Aus: Gedichte. Neue Ausgabe 1841 / Fünftes Buch
Referenzausgabe:
Ruprecht Wimmer: Ludwig Tieck. Schriften in zwölf Bänden, Bd. 7. Deutscher Klassiker Verlag: 1995, S. 313.
Bemerkungen
Erstdruck in »Phantasien über die Kunst«
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: Glosse , entstanden 1803

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.