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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Moritz Graf von Strachwitz

[Wie gerne Dir zu Füßen]

Wie gerne Dir zu Füßen
    Sing ich mein tiefstes Lied,
Indes das heil'ge Abendgold
    Durchs Bogenfenster sieht.
5 Im Takte wogt Dein schönes Haupt,
    Dein Herz hört stille zu,
Ich aber falte die Hände
    Und singe: Wie schön bist Du!
Wie gerne dir zu Füßen
10     Schau' ich in Dein Gesicht!
Wie Mitleid bebt es drüber hin;
    Dein Mitleid will ich nicht!
Ich weiß es wohl, Du spielst mit mir,
    Und dennoch sonder Ruh'
15 Lieg' ich vor Dir und singe,
    Singe: Wie schön bist Du!
Wie gerne Dir zu Füßen
    Stürb' ich in stummer Qual!
Doch lieber möcht' ich springen empor
20     Und küssen Dich tausendmal.
Möcht' küssen Dich, ja küssen Dich
    Einen Tag lang immerzu
Und sinken hin und sterben
    Und singen: Wie schön bist Du!





Entstehungsjahr: vor 1848
Erscheinungsjahr: 1847
Aus: Neue Gedichte / Den Frauen
Referenzausgabe:
Hanns Martin Elster: Moritz Graf Strachwitz. Sämtliche Lieder und Balladen. G. Grothe'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin: 1912, S. 135.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.