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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Moritz Graf von Strachwitz

Meeresabend

Sie hat den ganzen Tag getobt
  Als wie in Zorn und Pein,
Nun bettet sich, nun glättet sich
  Die See und schlummert ein.
5 Und drüber zittert der Abendwind,
  Ein mildes, heiliges Wehn,
Das ist der Atem Gottes,
  Der schwebet ob den See'n.
Es küßt der Herr aufs Lockenhaupt
10   Die schlummernde See gelind
Und spricht mit säuselndem Segen:
  Schlaf' ruhig, wildes Kind!





Entstehungsjahr: 1843
Erscheinungsjahr: 1847
Aus: Neue Gedichte / Nordland
Referenzausgabe:
Hanns Martin Elster: Moritz Graf Strachwitz. Sämtliche Lieder und Balladen. G. Grothe'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin: 1912, S. 152.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.