Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Moritz Graf von Strachwitz

Gebet auf den Wassern

Die Nacht ist hehr und heiter,
    Das Land ist weit, wie weit!
Es ruht das Meer in breiter
    Smaragdener Herrlichkeit.
5 Mir ist zu Mut, als schliefe
    Der Woge Grimm und Macht
Und schwebte über der Tiefe
    Der Herr durch die heilige Nacht.
Mir ist, als müßt' ich zur Stunde
10     Hinsinken tief und jäh
Zum grünsten Meeresgrunde,
    O Herr, vor Deiner Näh'!
Mir ist, als müßte hoch über
    Mir ruhn die feuchte Gruft,
15 Und dieses Lied darüber
    Wehen als Morgenluft.





Entstehungsjahr: 1843
Erscheinungsjahr: 1844
Aus: Neue Gedichte / Nordland
Referenzausgabe:
Hanns Martin Elster: Moritz Graf Strachwitz. Sämtliche Lieder und Balladen. G. Grothe'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin: 1912, S. 155.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.