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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Conrad Ferdinand Meyer

Hochzeitslied

Aus der Eltern Macht und Haus
Tritt die züchtge Braut heraus
An des Lebens Scheide –
Geh und lieb und leide!
5 Freigesprochen, unterjocht,
Wie der junge Busen pocht
Im Gewand von Seide –
Geh und lieb und leide!
Frommer Augen helle Lust
10 Überstrahlt an voller Brust
Blitzendes Geschmeide –
Geh und lieb und leide!
Merke dir's, du blondes Haar:
Schmerz und Lust Geschwisterpaar,
15 Unzertrennlich beide –
Geh und lieb und leide!





Entstehungsjahr: vor 1882
Erscheinungsjahr: 1881
Aus: Gedichte von 1892 / I. Vorsaal
Referenzausgabe:
Hans Zeller, Alfred Zäch: Conrad Ferdinand Meyer. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1. Benteli-Verlag: 1963, S. 35.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.