Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Zum Abschied

Der Herbstwind schüttelt die Linde,
Wie geht die Welt so geschwinde!
Halte dein Kindlein warm.
Der Sommer ist hingefahren,
5 Da wir zusammen waren –
Ach, die sich lieben, wie arm!
Wie arm, die sich lieben und scheiden!
Das haben erfahren wir beiden,
Mir graut vor dem stillen Haus.
10 Dein Tüchlein noch läßt du wehen,
Ich kann's vor Tränen kaum sehen,
Schau' still in die Gasse hinaus.
Die Gassen schauen noch nächtig,
Es rasselt der Wagen bedächtig –
15 Nun plötzlich rascher der Trott
Durch's Tor in die Stille der Felder
Da grüßen so mutig die Wälder,
Lieb' Töchterlein, fahre mit Gott!





Entstehungsjahr: 1839
Erscheinungsjahr: 1841
Aus: Gedichte 1837-1843
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 416-417.
Bemerkungen
Erstdruck 1841 in »Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte« unter dem Titel »Zum Abschied« (=DV)

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.