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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

[Über die beglänzten Gipfel]

Über die beglänzten Gipfel
Fernher kommt es wie ein Grüßen,
Flüsternd neigen sich die Wipfel,
Als ob sie sich wollten küssen.
5 Ist er doch so schön und milde!
Stimmen gehen durch die Nacht,
Singen heimlich von dem Bilde –
Ach, ich bin so froh verwacht!
Plaudert nicht so laut, ihr Quellen!
10 Wissen darf es nicht der Morgen!
In der Mondnacht linde Wellen
Senk' ich still mein Glück und Sorgen. –





Entstehungsjahr: vor 1820
Erscheinungsjahr: 1819
Aus: Gedichte 1816-1830 / Liebe in der Fremde 3
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 228-229.
Bemerkungen
Erstdruck 1819 im »Marmorbild«, dort ohne Titel
1826 in der Sammlung »Joseph von Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen«, S. 153-154
1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« als Nr. 3 des Zyklus »Liebe in der Fremde«, S. 46 (=DV)
Der Vers » ... ich bin so froh verwacht« ist wörtlich aus Arnims »Dolores« übernommen.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.