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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

In der Fremde

Ich hör' die Bächlein rauschen
Im Walde her und hin,
Im Walde in dem Rauschen
Ich weiß nicht, wo ich bin.
5 Die Nachtigallen schlagen
Hier in der Einsamkeit,
Als wollten sie was sagen
Von der alten, schönen Zeit.
Die Mondesschimmer fliegen,
10 Als seh' ich unter mir
Das Schloß im Tale liegen,
Und ist doch so weit von hier!
Als müßte in dem Garten
Voll Rosen weiß und rot,
15 Meine Liebste auf mich warten,
Und ist doch lange tot.





Entstehungsjahr: vor 1838
Erscheinungsjahr: 1837
Aus: Gedichte 1811-1815
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 173-174.
Bemerkungen
Erstdruck 1837 in G1 unter dem Titel »In der Fremde« als Nr. 10 des Zyklus »Der verliebte Reisende«, S. 33-34 (=DV)
Seit »Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Erster Theil. Gedichte«, 1841, aus dem Zyklus »Der verliebte Reisende« herausgelöst.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.