Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Matthias Claudius

Der Frühling. Am ersten Maimorgen
Der Gr. A. L. – g.

Heute will ich fröhlich fröhlich sein,
    Keine Weis und keine Sitte hören;
Will mich wälzen, und für Freude schrein,
    Und der König soll mir das nicht wehren;
5 Denn er kommt mit seiner Freuden Schar
    Heute aus der Morgenröte Hallen,
Einen Blumenkranz um Brust und Haar
    Und auf seiner Schulter Nachtigallen;
Und sein Antlitz ist ihm rot und weiß,
10     Und er träuft von Tau und Duft und Segen –
Ha! mein Thyrsus sei ein Knospenreis,
    Und so tauml ich meinem Freund entgegen.





Entstehungsjahr: 1774
Erscheinungsjahr: 1774
Aus: Asmus I/II
Referenzausgabe:
Jost Perfahl: Matthias Claudius. Sämtliche Werke. Winkler-Verlag, München: 1976, S. 84-85.
Bemerkungen
Erstdruck ist die Fassung aus dem Wandsbecker Boten, 1774, S. 84

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.