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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

[Von fern die Uhren schlagen]

Von fern die Uhren schlagen,
Es ist schon tiefe Nacht,
Die Lampe brennt so düster,
Dein Bettlein ist gemacht.
5 Die Winde nur noch gehen
Wehklagend um das Haus,
Wir sitzen einsam drinne
Und lauschen oft hinaus.
Es ist, als müßtest leise
10 Du klopfen an die Tür,
Du hätt'st dich nur verirret,
Und kämst nun müd zurück.
Wir armen, armen Thoren!
Wir irren ja im Graus
15 Des Dunkels noch verloren –
Du fandest längst nach Haus.





Entstehungsjahr: vor 1836
Erscheinungsjahr: 1835
Aus: Gedichte 1831-1836 / Auf den Tod meines Kindes 4
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 288-289.
Bemerkungen
Erstdruck 1835 in »Deutscher Musenalmanach« als Nr. 4 des Zyklus »Auf den Tod meines Kindes«, S. 262 (=DV)
1837 in »Gedichte von Jospeh Freiherrn von Eichendorff« als Nr. 8 des Zyklus »Auf meines Kindes Tod«, S. 328-329

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.