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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Joseph Freiherr von Eichendorff

Der Schatzgräber

Wenn alle Wälder schliefen,
Er an zu graben hub,
Rastlos in Berges Tiefen
Nach einem Schatz er grub.
5 Die Engel Gottes sangen
Derweil in stiller Nacht,
Wie rote Augen drangen
Metalle aus dem Schacht.
»Und wirst doch mein!« und grimmer
10 Wühlt er und wühlt hinab,
Da stürzen Steine und Trümmer
Über dem Narren herab.
Hohnlachen wild erschallte
Aus der verfallnen Kluft,
15 Der Engelsang verhallte
Wehmütig in der Luft.





Entstehungsjahr: vor 1835
Erscheinungsjahr: 1834
Aus: Gedichte 1831-1836
Referenzausgabe:
Hartwig Schultz (Bd. 1) / Wolfgang Frühwald (Bd. 2) / Brigitte Schillbach (Bd. 3): Joseph von Eichendorff. Werke in sechs Bänden, Bd. 1. Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt: 1987, S. 303-304.
Bemerkungen
Erstdruck 1834 in »Deutscher Musenalmanach«, S. 237 (=DV)
1837 in G1, S. 264

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.