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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Matthias Claudius

Bei ihrem Grabe

Diese Leiche hüte Gott!
    Wir vertrauen sie der Erde,
Daß sie hier von aller Not
    Ruh, und wieder Erde werde.
5 Da liegt sie, die Augen zu
    Unterm Kranz, im Sterbekleide! ...
Lieg und schlaf in Frieden du;
    Unsre Lieb und unsre Freude!
Gras und Blumen gehn herfür,
10     Alle Samenkörner treiben,
Treiben – und sie wird auch hier
In der Gruft nicht immer bleiben.
Ausgesät nur, ausgesät
    Wurden alle die, die starben;
15 Wind- und Regenzeit vergeht,
    Und es kommt ein Tag der Garben.
Alle Mängel abgetan
    Wird sie denn in bessren Kränzen
Still einhergehn, und fortan
20     Unverweslich sein und glänzen.





Entstehungsjahr: 1796
Erscheinungsjahr: 1800
Aus: Nachlese / Verstreute Beiträge
Referenzausgabe:
Jost Perfahl: Matthias Claudius. Sämtliche Werke. Winkler-Verlag, München: 1976, S. 938.
Bemerkungen
Erstdruck und Druckvorlage die Fassung aus »J. G. Jacobis überflüssiges Taschenbuch«, 1800, S. S. 147.
Nicht in den Asmen vertreten.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.