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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Rückert (Reimar / Reimer)

[Was schmiedst du, Schmied?]

Was schmiedst du, Schmied? »Wir schmieden Ketten, Ketten!«
  Ach, in die Ketten seid ihr selbst geschlagen.
  Was pflügst du, Baur? »Das Feld soll Früchte tragen!«
  Ja für den Feind die Saat, für dich die Kletten.
5 Was zielst du, Schütze? »Tod dem Hirsch, dem fetten.«
  Gleich Hirsch und Reh wird man euch selber jagen.
  Was strickst du, Fischer? »Netz dem Fisch, dem zagen.«
  Aus eurem Todesnetz wer kann euch retten?
Was wiegest du, schlaflose Mutter? »Knaben.«
10   Ja, daß sie wachsen und dem Vaterlande,
  Im Dienst des Feindes, Wunden schlagen sollen.
Was schreibest Dichter du? »In Glutbuchstaben
  Einschreib' ich mein und meines Volkes Schande,
  Das seine Freiheit nicht darf denken wollen.«






Entstehungsjahr: vor 1815
Erscheinungsjahr: 1814
Aus: / Geharnischte Sonette 3
Referenzausgabe:
Ludwig Laistner: Friedrich Rückerts Werke in sechs Bänden, Bd. 2. J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger G.m.b.H.: [1895], S. 4.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.