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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Friedrich Rückert (Reimar / Reimer)

Herbsthauch

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
  Hoffst du von Tagen zu Tagen,
  Was dir der blühende Frühling nicht trug,
  Werde der Herbst dir noch tragen!
5 Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
  Immer zu schmeicheln, zu kosen.
  Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
  Abends verstreut er die Rosen.
Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
10   Bis er ihn völlig gelichtet.
  Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
  Was wir geliebt und gedichtet.






Entstehungsjahr: 1832-1838
Erscheinungsjahr: ?
Aus: / Jahreszeiten
Referenzausgabe:
Ludwig Laistner: Friedrich Rückerts Werke in sechs Bänden, Bd. 3. J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger G.m.b.H.: [1895], S. 125.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.