Zurück zur FA Hauptseite
Zurück zur vorigen Seite
Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Wie lieblich ist's, wenn sich der Tag verkühlet]

Wie lieblich ist's, wenn sich der Tag verkühlet,
    Hinaus zu sehn, wo Schiff und Gondel schweben,
    Wenn die Lagune, ruhig, spiegeleben,
    In sich verfließt, Venedig sanft umspület!
5 Ins Innre wieder dann gezogen fühlet
    Das Auge sich, wo nach den Wolken streben
    Palast und Kirche, wo ein lautes Leben
    Auf allen Stufen des Rialto wühlet.
Ein frohes Völkchen lieber Müßiggänger,
10     Es schwärmt umher, es läßt durch nichts sich stören,
    Und stört auch niemals einen Grillenfänger.
Des Abends sammelt sich's zu ganzen Chören,
    Denn auf dem Markusplatze will's den Sänger
    Und den Erzähler auf der Riva hören.





Entstehungsjahr: 1824
Erscheinungsjahr: 1825
Aus: Nach der Ausgabe von 1834 / Sonette 20
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 378-379.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.