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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß

Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Venedig liegt nur noch im Land der Träume]

Venedig liegt nur noch im Land der Träume
    Und wirft nur Schatten her aus alten Tagen,
    Es liegt der Leu der Republik erschlagen,
    Und öde feiern seines Kerkers Räume.
5 Die ehrnen Hengste, die durch salz'ge Schäume
    Dahergeschleppt, auf jener Kirche ragen,
    Nicht mehr dieselben sind sie, ach! sie tragen
    Des korsikan'schen Überwinders Zäume.
Wo ist das Volk von Königen geblieben,
10     Das diese Marmorhäuser durfte bauen,
    Die nun verfallen und gemach zerstieben?
Nur selten finden auf des Enkels Brauen
    Der Ahnen große Züge sich geschrieben,
    An Dogengräbern in den Stein gehauen.





Entstehungsjahr: 1824
Erscheinungsjahr: 1825
Aus: Nach der Ausgabe von 1834 / Sonette 22 / Venedig 5
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 379-380.

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.