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Gedicht in Druckansicht: schwarz/weiß
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Karl August Graf von Platen Hallermund (Platen-Hallermünde)

[Der Morgen lächelte zu meinem Glücke]

Der Morgen lächelte zu meinem Glücke,
Als aus der Flut Palladios Tempel stiegen:
Die Säulengänge sah ich vor mir liegen,
Die Signoria mit der Seufzerbrücke.
5 Geflügelt steht, doch ohne Falsch und Tücke,
Venedigs Löwe, sonst gewohnt zu siegen,
Entgegen scheint er unserm Schiff zu fliegen,
Und die Lagune weicht im Flug zurücke.
Ich steig ans Land, wo zwo Kolonnen ragen,
10 Wie Riesen an des Markusplatzes Schwellen:
Soll ich ihn wirklich zu betreten wagen?
Mit mir im Haupte trag ich aus den Wellen
Des Schiffes Schwindel noch und Mißbehagen,
Und diese Massen drohn mich zu zerschellen.





Entstehungsjahr: 1824
Erscheinungsjahr: 1825
Fassung: Frühe
Aus: Anhang / Sonette
Referenzausgabe:
Kurt Wölfel / Jürgen Link: August von Platen. Werke, Bd. 1. Winkler-Verlag: 1982, S. 862.
Andere Fassungen in der Freiburger Anthologie:
Späte Fassung: [Mein Auge ließ das hohe Meer zurücke] , entstanden 1824

Gedicht eingearbeitet von: Klemens Wolber.